Das ist die Geschichte der Hansele: Der "Hansele" ist eine historische Fasnetfigur in Trochtelfingen Der Ursprung ist im allemanischen Raum der Baar zu suchen. In der Zeit der "Fürstlich fürstenbergischen Obervogte" in Trochtelfingen 1534-1806, wurden solche Bräuche aus Hüfingen-Donaueschingen (Baar) hierher importiert.
Der "Hansele" (Hanswurschdel) ist am Fasnetmontag und Fasnetdienstag mit den Kindern zu Pferd, später zu Fuß zu den Bäckern und Metzgern, Wirtschaften und Kaufläden gezogen, um eine Rote Wurst, Wecken, Brezeln und Guadala (Bonbon) zu betteln.
Dabei wurde gemeinsam geschrien: "D'r Metzger Bernhard (o.a.) ischd a guader Maa, ma sieht's am an de Hosa ah!", bis er sich zeigte und seine Gaben ausgeworfen hat. Ein anderer Ausruf war: "Hansele, Hansele Lump, hoschd et gwißt, dass d'Fasnet konnt, hedescht s'Maul mit Wasser grieba, wäre dr s'Geld im Beidel blieba. Hallo! Hallo! Hallo!.
Der "Hansele" ist ein s.g. Weißnarr. Sein Häs ist aus naturbelassenem Grobleinen. Der Kittel ist eine lose Hemdenform mit Kragen. Die Hose weit überfallend zugebunden. Kitte, wie Hose sind bunt handbemalt. Die Motive sind "stilisierte Steinröschen (Ägeda-Nägala)" mit Ranken, auf dem Rücken ein Wappen, früher hier ansässiger Grafen und Fürstengeschlechter oder von der eigenen Familie. (Gestaltung-Ausführung-H.Schoser.) Die Maske (Schamma) ist handwerklich aus Lindenholz hergestellt. Entwurf eines alten Maskenschnitzers in Menzenschwand (Schwarzwald). Jetzt werden die Masken von Egon Heinzelmann Steinhilben hergestellt. Der Ausdruck ist freundlich lächelnd, rotbackig , von einem Fuchsschwanz (als Ausdruck der Schläue) oder einem Flachszopf eingerahmt. Die vier Bändel an der linken Seite der Maske ca. 20-30 cm lang in den Stadtfarben (gelb-lichtblau-rosee-lichtgrün). Ein großes bemaltes Leinenkopftuch mit stilisierten Steinröschen deckt den Hinterkopf ab.
Das Doppelgschell besteht aus einmal 7 und einmal 9 handgetriebenen Kupferglocken auf gepolstertem Lederriemen, die über Kreuz getragen werden. An der Geißel sind wie an der Maske vier farbige Bändel ca. 60-70 cm lang. Sowie mindestens 2 aufgeblasene Saublodern befestigt, dabei soll beim Auftritt Aufmerksamkeit erzielt, jedoch nicht zugeschlagen werden. Die "Hansele-Gruppe" ist eine freundlich, friedliche Maskengruppe!
Alle Gruppenmitglieder sind angehalten, sich bei Auftritten und Umzügen dementsprechend zu verhalten. Bei groben Verstößen führt dies zum Ausschluss. Bei freiwilligem Ausscheiden, kann die gesamte Ausrüstung gegen eine entsprechende Vergütung dem Verein zurückgegeben werden. Der Kittel ist auf jeden Fall zurück zugeben. Die Hansele Gruppe ist eine Unterabteilung der Historischen Bürgerwehr Trochtelfingen. Jedes "Hansele" muss auch Passivmitglied der Historischen Bürgerwehr sein. Die Hansele Mitgliedschaft schließt eine Mitgliedschaft in einer anderen Maskengruppe aus, hier erfolgt auch sofortiger Ausschluss. Die Sorgfaltspflicht und Pflege der Ausrüstung obliegt jedem "HANSELE" ohne Kostenersatz. Im Dezember findet eine Mitgliederversammlung statt. Hierbei werden Aufnahmeanträge bekannt gegeben und diskutiert. Mit 2/3 Mehrheit der anwesenden Gruppenmitglieder wird in geheimer Wahl über die Mitgliedschaft abgestimmt.
Aus versicherungstechnischen Gründen soll jedes "HANSELE" Mitglied im Narrenverein "Schrei-Au" werden. Er erhält einen Laufbändel mit Identitätsnummer. Der Laufbändel ist nicht übertragbar. Der wechselnd farbige Kopf dazu, muss jedes Jahr neu erworben werden, Er schließt die Versicherung und Fahrt zu den einzelnen Veranstaltungen ein.
Des Weiteren gilt die Satzung des Narrenvereins "Schrei-Au" Trochtelfingen
Stand: 30.12.2001
Heinz Schmid